Systemisches Projektmanagement

Systemisches Projektmanagement. Umgang mit Konflikten, „hidden agenda“, Macht und Mikropolitik im Projekt

Das „klassische“ Projektmanagement verfügt über eine breite Palette von Werkzeugen für Planung, Steuerung und Abschluss von Projekten. Jedoch beim „Faktor Mensch“ fühlen sich viele Projektleiter vor schwer überwindbare Herausforderungen gestellt. Wenn Projekte in komplexen Organisationsstrukturen mit Ressourcen- oder Motivations-Konflikten kämpfen oder wichtige Beteiligte „unerklärliche“ Verhaltensmuster zeigen, kann der eigene Blick auf das Projekt zum Teil des Problems werden. Ein Wechsel der Sichtweisen und eine Erweiterung des eigenen Methoden-Repertoires ist also gefragt.

In diesem Seminar lernen Sie die Grundlagen des systemischen Managements kennen - dem heutigen Quasi-Standard für Beratung und Coaching. Aufbauend auf der „klassischen“ Stakeholder-Analyse werden Ihre Projekte sowie Ihr Verhalten als Projektleiter mit dem Methodenrepertoire des systemischen Coachings analysiert und geeignete Handlungsoptionen entwickelt. Während der Gruppenarbeiten an Teilnehmerfällen werden Methoden der Kollegialen Beratung eingeübt.

Theoretischer Hintergrund ist das 6-Faktoren-Konzept der personalen Systemtheorie, die von Prof. Eckard König und Dr. Gerda Volmer, WIBK Paderborn, entwickelt wurde, aufbauend auf den Forschungen von Gregory Bateson, Paul Watzlawick, Virginia Satir u.a.

Aus dem Inhalt:
• Systemdenken im Projektmanagement - die Überwindung der Grenzen einer technisch orientierten Sichtweise auf Projekte und welchen Nutzen der systemische Ansatz für Projektmanager haben kann
• Typische Irrtümer und Denk-Fallen beim Umgang mit komplexen sozialen Systemen
• Dimensionen von Komplexität im Projekt und Lösungsansätze für den Umgang damit
• Wie sich komplexe soziale Systeme beschreiben und beeinflussen lassen: Die sechs Faktoren der personalen Systemtheorie und ihre Anwendung im Projektmanagement
• Analyse und Bewertung der Projekt-Stakeholder und des Projekt-Umfelds
• Analyse der Projekt- und Unternehmenskultur und Nutzung ihrer Potentiale
• Umgang mit informeller Macht, Mikropolitik, „hidden agenda“ im Projekt und im Umfeld
• Analyse von Rollen, Rollen-Erwartungen und Umgang damit
• Gestaltungsmöglichkeiten für die Projektorganisation sowie für die eigene Rolle als Projektleiter / Projektmitarbeiter
• Gestaltung von Projekten mit Widerstands-Potential und Umgang mit Veränderungsprozessen in der Organisation
• Szenarien und „Drehbücher“ für Stakeholder-Management

Arbeitsweise und Voraussetzungen:
• Sie erproben anhand eigener mehr oder weniger „schwieriger“ Fälle das Repertoire der systemischen Beratung und nehmen für die eingebrachten Situationen sofort verwertbare Lösungsansätze mit.
• Die Teilnehmer werden deshalb gebeten, ihre Praxis bzw. eigene Fälle in das Seminar einzubringen.
• Praktische Erfahrung in Projekten und in mehr oder weniger „schwierigen“ oder komplexen sozialen und organisatorischen Strukturen sind deshalb von Nutzen.
• Eine Ausbildung in den Grundlagen des Projektmanagements, z.B. IPMA Level D, ist von Vorteil, aber nicht Voraussetzung.
Zielgruppe:
• Projektleiter, insbesondere Senior-Projektmanager und Programmleiter in komplexen Organisationsstrukturen profitieren von dem Seminar
• Berater, die ihr Methodenrepertoire im klassischen PM erweitern möchten um Ansätze der Systemischen und Prozessorientierten Beratung

Umfang:
3 Tage, 10-18, 9-18 sowie 9-17 Uhr
Preis:
1200 € zzgl. Mwst.

max. 12 Teilnehmer